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Sanierung einzelner Bauteile

Aufstockung

Die Aufstockung ist zwar eine Erweiterungsmaßnahme, dennoch listen wir diese Baumaßnahme hier auf, mit der Anregung über folgenden Punkt nachzudenken:

  • In welchem Zustand ist die bestehende Struktur? Eine neue Aufstockung sollte eine Lebensdauer von 50 Jahren leicht erreichen. Ist die Qualität der darunterliegenden Struktur ausreichend für diese Zeit? Welche Sanierungsmaßnahmen der Bestandsstruktur müssen direkt ausgeführt werden um die Aufstockung realisieren zu können und welche Baumaßnahmen kommen eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch hinzu.
  • Beraten Sie sich noch vor der Planung über dieses Thema mit Ihrem Projektanten und ziehen Sie einen Statiker zu Rate.

 

Bodenaufbau

Bei Sanierungsarbeiten von älteren Gebäuden trifft man oft auf das Problem eines zu niedrigen Bodenaufbaus. Die Höhe des Aufbaus beträgt bei älteren Gebäuden im Schnitt 10cm und weniger. Früher wurden viel weniger Installationen benötigt, Teile davon wurden in den Wänden verlegt und die Fußbodenheizung war im Wohnungsbau noch nicht bekannt.

Heutzutage liegt ein optimaler Bodenaufbau, ab dem Rohboden (Geschossdecke) wohlgemerkt, zwischen 18cm und 25cm, um jegliche Installationen, Lüftungsrohre und Fußbodenheizung unterzubringen. Auf Decken über unbeheizten Untergeschossen, muss zudem noch eine Dämmschicht von 10cm bis 16cm hinzugerechnet werden. Bei Kellerböden, die saniert werden müssen, würde der gesamte Bodenaufbau nach heutigem Standard schnell bei 50cm und mehr liegen.

Kellerräumlichkeiten in alten Gebäuden mit folgenden Eigenschaften: niedrige Raumhöhen, Streifenfundamente anstelle eines Plattenfundamentes, keine vorhandene Bodendämmung können folgendermaßen saniert werden:

  • Abbruch des bestehenden Bodenaufbaus,
  • Boden bis ungefähr 50cm unter der gewünschten neuen Quote des fertigen Kellerbodens ausheben,
  • durch Beihilfe eines Statikers untersuchen, ob eine Unterfangung der tragenden Wände erforderlich ist,
  • ca. 10cm Schotterschicht einbauen,
  • 10cm bis 15m dicke Betonplatte betonieren,
  • Feuchtigkeitsabdichtung einbauen (Bitumenschweißbahn),
  • XPS-Dämmung verlegen (6cm bis 10cm und mehr, je nach Raumnutzung) sowie
  • erwünschter Bodenaufbau (z.B. Installationen, Ausgleichsschicht, Fußbodenheizung, Estrich, Bodenbelag).

 

Raumhöhen

Ein zudem oft auftretendes Problem sind die relativ niedrigen Raumhöhen älterer Gebäude. Hieran lässt sich nichts ändern. Sollte nun der gewünschte Bodenaufbau höher sein, als der bestehende Bodenaufbau, so vermindert sich die Raumhöhe zusätzlich, dies könnte sogar zur Unbewohnbarkeit der Räume führen.

  • Raumhöhen für bewohnbare Räume bei Neubauten müssen 2,4m betragen. (Für Gebäude, welche unter 500m Meereshöhe liegen, sind es 2,6m)
  • Bei bestehenden alten Gebäuden mit Raumhöhen niedriger als 2,4m, muss die Raumhöhe während der Sanierungsarbeiten unverändert bleiben, mindestens aber 2,20m aufweisen.
  • Räume mit Raumhöhen niedriger als 2,4m (2,6m unter 500m) bzw. niedriger als 2,2m gelten anderenfalls als nicht bewohnbar.

 

Fenster und Türen

In Zusammenhang mit dem Bodenaufbau stehen auch die Fenster sowie die Innen- und Außentüren. Wird der neue Bodenaufbau höher ausgeführt, als der bestehende, um alle Installationen und die Fußbodenheizung unterbringen zu können, so reduziert sich die Höhe zwischen Bodenbelag und dem Fenster- bzw. Türsturz.

Der Sturz alter Fenster und Türen liegt im Schnitt bei 1,90m und bei älteren Bauernhäusern sogar noch niedriger. Bei neuen Gebäuden werden die Innentüren in der Regel 2,10m hoch ausgeführt. Fenster und Außentüren haben den Sturz gewöhnlich auf 2,10m bis 2,20m Höhe.

Um diese Höhen bei einer Sanierung zu erreichen, müssen die Rohbauöffnungen nach oben vergrößert und neue Fenster und Türen vorgesehen werden. Der Innen- und Außenputz wird in diesen Bereichen großflächig abgebrochen. Die bestehenden Stürze müssen ausgebaut und neue Stürze höher eingebaut werden. Sofern es die Qualität und die Abmessungen erlaubt ist es unter Umständen auch möglich die alten Fenster und Türen wiederzuverwenden, wenn beim Ausbau darauf geachtet wird diese nicht zu beschädigen


 

Elektroinstallation

Die Sanierung einer Elektroanlage bedeutet, alle Komponenten mit gesetzeskonformen Bauteilen zu ersetzen und die vorgeschriebenen Sicherheitsbauteile einzubauen. Früher wurden die Elektroanlagen ohne Erdung und ohne FI-Schutzschalter installiert. Die Installation ist nun gesetzlich festgelegt und der nachträgliche Einbau ist unumgänglich.

Die Sanierung bestehender Elektroinstallationen scheitert oftmals an den zu kleinen bzw. zu wenigen bestehenden Leerrohren. Hinzu kommt, dass die Beleuchtungspunkte durch die Sanierungs- und Umbauarbeiten vermutlich nicht an den erwünschten Stellen liegen. Aus diesen Gründen entsteht bei einer Sanierung der Elektroinstallation ein Eingriff, im Ausmaß ähnlich wie bei Neubauten.

 

Nach jedem Eingriff in die Elektroanlage muss der ausführende Elektriker eine Konformitätserklärung für die ausgeführten Arbeiten ausstellen.

 

Thermo-sanitäre Anlage

Bei den thermo-sanitären Anlagen liegen die wesentlichen Probleme während der Sanierungsarbeiten bei den Unterputz-Bauteilen und den verlegten Rohren. Die Heizkörper und die sanitären Bauteile lassen sich im Vergleich dazu leicht austauschen. Wird ein Gebäude von Grund auf saniert, so sollten die alten Rohre durch neue ersetzt werden, da die Lebensdauer der alten Rohre, wie alles an einem Gebäude, seine Grenzen hat.

Nachträgliche Sanierungsarbeiten an Abflüssen oder undichte bzw. rostige Trinkwasser/Warmwasser-Leitungen können bei neu verlegten Böden für den Bauherrn ärgerlich und kostspielig werden.

Früher wurden die Heizungsrohre nicht isoliert, die heutzutage verlegten isolierten Heizungsrohre reduzieren die Wärmeverluste an den Heizungsrohren maßgeblich.


 

Vollwärmeschutz

Vollwärmeschutz als Sanierungsmaßnahme eines Gebäudes unterscheidet sich vom Neubau in mehreren Aspekten.

  • Dämmarbeiten als Sanierungsmaßnahme fallen unter die Kategorie der energetischen Sanierung. Siehe auch Beratung Förderungen und Steuerbegünstigungen.
  • Als Sanierungsmaßnahme wird eine Dämmschicht nachträglich auf die Fassaden aufgetragen, bei Neubauten könnte alternativ dazu die monolithische Bauweise gewählt werden.
  • Die Wahl des Dämmmaterials unterscheidet sich zwischen bestehenden Gebäuden und Neubau ein wenig. Grund dafür ist die geringere Baufeuchte in bestehenden Außenwänden im Vergleich zu frisch hergestellten Wänden. Somit relativiert sich teilweise die Wasserdampfdurchlässigkeit der Dämmschicht. Dennoch sollte die Wahl vor allem unter dem Aspekt der Bauphysik aber auch im Hinblick auf die Ökologie, den Brandschutz, den Schallschutz und die Entsorgungskosten getroffen werden.
  • Weitere Informationen und Details finden Sie auch unter dem Gewerk Vollwärmeschutz.

 

Dachsanierung

Im Falle einer Sanierung des bestehenden Dachs, stellt sich die Frage ob nur gedämmt und neu eingedeckt werden soll oder ob das gesamte Dach neu zu machen ist.

Folgende Fakten sollen Ihnen die Antwort erleichtern:

  • Variante A: Sofern Sie die tragende Struktur, also Sparren und Pfetten nicht verändern und nur mehr Dämmung auftragen und das Dach neu eindecken, ist keine statische Berechnung notwendig.
  • Variante B: Bei kompletter Erneuerung der Dachkonstruktion bedarf es einer statischen Berechnung, gefolgt von der statischen Abnahme.
  • Frühere Dachkonstruktionen wurden nicht als Systemdach ausgeführt, d.h., die Sparren des Vordaches wurden nicht auf die Innensparren aufgesetzt. Somit muss bei einer Sanierung laut Variante A mit einem hohen und wuchtigen Vordachaufbau gerechnet werden.
  • Alternativ dazu bietet sich eine Kombination beider Varianten an:
    • Haupttragwerke bleiben erhalten,
    • das bestehende Vordach wird abgetrennt,
    • neue Vordachsparren werden auf die Innensparren aufgesetzt (Systemdach),
    • statische Berechnung und statische Abnahme ist in diesem Fall erforderlich.

Weitere Informationen und Details unter Beratung Zimmermannsarbeiten bzw. Beratung Dachaufbauten.
Dachsanierungen als Sanierungsmaßnahme fallen unter die Kategorie der energetischen Sanierung. Siehe auch Beratung Förderungen und Steuerbegünstigungen.


 

Fenstertausch

Der Austausch von Fenstern fällt auch unter den Bereich der energetischen Sanierung. Informationen zu Förderungen und Steuerbegünstigung finden Sie hier.

Beim Fenstertausch ist ein Argument maßgebend:

  • Ist bei den alten Fenstern ein Blindstock vorhanden oder sind die bestehenden Fenster eingemauert?
    Ist ein Blindstock vorhanden, so erfolgt der Austausch schnell und ohne viel Staub.
    Sind die bestehenden Fenster jedoch ohne Blindstock eingemauert, so müssen die Fenster großzügig ausgeschlagen werden, um neue Blindstöcke setzen zu können, gefolgt von Verputzarbeiten, Malerarbeiten, eventuellem Einbau neuer Fensterbänke und dem abschließenden Einbau der neuen Fenster.
  • Bei einem alten, nicht gedämmten Gebäude ist es nicht sinnvoll nur die Fenster auszutauschen. Es sollte besser eine ganzheitliche energetische Sanierung in Betracht gezogen werden.

Weitere Informationen und Details unter Beratung Fenster.


 

Rollläden

Sollte ein Austausch der Rollläden in Betracht gezogen werden, so empfiehlt es sich, einen genauen Blick auf die Rollladenkästen zu werfen, da Kästen vergangener Bauweise wesentliche Wärmebrücken darstellen.

  • Sollten die Kästen mehrere Jahrzehnte alt sein, so ist der Austausch bzw. die Sanierung unumgänglich.
  • Alte Kästen müssen entweder durch neue gedämmte Kästen ersetzt werden bzw. durch nachträglichen Einbau von Dämmmaterialien energetisch saniert werden.

Weitere Informationen und Details unter Beratung Sonnenbeschattung.

Der Austausch von Rollläden und der Rollladenkästen fällt ebenso unter den Bereich der energetischen Sanierung. Informationen dazu finden Sie hier.


 

Balkone

Bis in die 60er und 70er Jahre wurden die Balkone überwiegend komplett aus Holz ausgeführt. Anschließend folgten mehr und mehr Stahlbetonbalkone. In der heutigen Zeit werden nach wie vor diese und weitere Bauweisen angewendet mit dem Unterschied, dass bei neuen Balkonen bestmöglich versucht wird, Wärmebrücken zu vermeiden.

Unter dem Aspekt der Wärmebrücken sind nicht gedämmte Stahlbetonbalkone ohne thermische Trennelemente ( Isokorb o.ä.) problematische Bauteile.

Um diese energetisch zu sanieren, bieten sich hauptsächlich zwei Lösungen an:

Stahlbeton-Balkonplatte komplett abtrennen und durch alternative Bauweisen ersetzen 

  • beste Lösung im Hinblick auf Wärmebrücken
  • alternative Bauweisen: Holzbalkon auf Stahlschienen oder vorgesetzte selbsttrtagende Balkonkonstruktion.

Stahlbeton-Balkonplatte gänzlich mit Dämmung einpacken

  • Die Unterseite lässt sich in der Regel problemlos dämmen.
  • Die Oberseite lässt sich aufgrund des oftmals anzutreffenden geringen Bodenaufbaus nicht so leicht dämmen:
    • Bodenbelag muss entfernt und erneuert werden,
    • bei geringem Bodenaufbau ist wenig Platz für die Dämmung vorhanden (PU-Dämmplatten empfohlen),
    • wenn ordentlich gedämmt werden soll, entsteht unter Umständen eine Stufe vom Innenraum zum Balkon => in der Regel von den Bauherren nicht erwünscht.

Die Sanierung von Balkonen, welche gänzlich aus Holz ausgeführt sind, also auch die tragenden Kanthölzer des Balkonbodens, kann folgendermaßen durchgeführt werden:

  • Ersetzen der Kanthölzer mit neuen Kanthölzern,
  • Ersetzen der Kanthölzer mit Stahlschienen sowie
  • nachträglicher Einbau spezieller Verbindungsbauteile mit thermischer Trennung für Beton-Holz-Verbindungen, Beton-Stahl-Verbindungen usw. siehe z.B. Schöck Isokorb® R
Die Machbarkeit dieser Lösungsvorschläge hängt von weiteren Faktoren ab, daher sollte dies von einem Statiker analysiert werden.

Weitere Infomationen zu den möglichen Aufbauten von Balkonen finden Sie hier.


 

Feuchtigkeit

Probleme mit Feuchtigkeit reichen von Wassereintritt bis hin zu erhöhter Luftfeuchtigkeit im Gebäude. Erhöhte Feuchtigkeit, Tauwasser und stehendes Wasser sind die Verursacher für Schäden an der Bausubstanz und Schimmelbildung.

Häufige Gründe von Feuchtigkeit und Wasser:

Wassereintritt über undichte Kellerwände und aufsteigende Feuchtigkeit (Kapillare)

Die Gründe für feuchte Kellerwände können ein feuchtes Erdreich, Sickerwasser bzw.  drückendes Wasser von der Seite oder aufsteigende Feuchte von unten in Kombination mit fehlerhafter oder fehlender Abdichtung sein. Es sollte in jedem Fall untersucht werden woher das Wasser kommt, ob es sich um aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit, Druckwasser, Kondenswasser oder hygroskopische Feuchte (durch Salze verursacht) handelt.

Sollten großflächig mehrere Wassereintrittsstellen zu sanieren sein oder erhöhte Feuchtigkeit durch die Kelleraußenwände eindringen, besteht die optimale Sanierung im Freilegen der Kelleraußenwand (Aushub) und in einer sorgfältigen, vollflächigen Abdichtung von außen (z.B. Bitumenspachtelmasse, Filtersteine, Noppenbahn). Dieses Verfahren ist recht aufwendig und damit kostspielig, aber eine bewehrte und sichere Methode. Bei dieser Maßnahme können die Kelleraußenwände zusätzlich mit einer Dämmung versehen werden. Damit fallen die Arbeiten unter die energetische Sanierung mit den entsprechenden Förderungen oder Steuerbegünstigungen.

Sofern die Kellerwände lokale Eintrittsstellen von Wasser aufweisen, lassen sich diese Stellen von Innen durch Kunstharzinjektionen abdichten (Betonwände z.B. H2O stop) Bei aufsteigender Feuchte wird in der Regel nachträglich eine Horizontalsperre hergestellt, die verhindert, dass die Feuchtigkeit weiter in die oberen Geschosse aufsteigt. Dies kann entweder durch ein Injektionsverfahren mit Kunstharz oder Kunstharzkautschuk oder durch mechanisches Einrammen von Blechen geschehen. Die Sanierung von feuchten Wänden ist stark abhängig von der vorzufinden Situation. Diese Arbeit sollte eine Fachfirma übernehmen.

Wassereintritt über undichte Flachdächer und Terrassen

Sobald ein Flachdach oder eine Terrasse eine schadhafte Stelle in der Abdichtung aufweist, muss diese gesucht und lokal saniert werden. Ausgehend vom sichtbaren Wasserfleck an der Deckenunterseite kann man die schadhafte Stelle der Abdichtung vermuten. Die genaue Lokalisierung hängt jedoch von der vorhandenen Flachdachabdichtung ab.

Bitumenschweißbahnen: Die schadhafte Stelle befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unweit der darunterliegenden Wasseraustrittsstelle, da die Bitumenschweißbahnen vollflächig auf der Decke aufgeschweißt werden. Mehr dazu unter Feuchtigkeitsabdichtungen.

Lose verlegte Kunststoff-Abdichtungsbahnen: Das Wasser kann durch die schadhafte Stelle in der Abdichtung dringen und sich zwischen Abdichtung und Decke frei bewegen, bis es eine Stelle findet, wo es durch die Decke an die Unterseite dring. Somit ist die Position der Wasseraustrittsstelle an der Deckenunterseite keine verlässliche Aussage für die schadhafte Stelle in der darüberliegenden Abdichtung, was die Suche nach der schadhaften Stelle erheblich erschwert.

Schäden an der thermo-sanitären Anlage

Schäden an den Rohrleitungen der thermo-sanitären Anlage kommen zum Glück nicht allzu oft vor. Die daraus resultierenden Folgen können erheblich sein. Die Lokalisierung der schadhaften Stelle ist unter Umständen sehr aufwendig, sodass nicht nur die Schäden, hervorgerufen durch den Wasseraustritt, sondern auch die Reparaturarbeiten an den Leitungen zu berücksichtigen sind.

Es können folgende Arbeiten anfallen: Abbrucharbeiten zur Lokalisierung des Schadens, Baumeisterarbeiten, Verputzarbeiten, Fliesenlegerarbeiten, Malerarbeiten, Arbeiten an der Elektroanlage, sollte Wasser in die Geräte eingedrungen sein und Schäden verursacht haben, und nicht zuletzt die Hydraulikerarbeiten.

Eindringende Feuchtigkeit (durch Wasserdampfdiffusion) in Kellerböden

Feuchte Kellerräume können zwei Ursachen haben: Feuchtigkeitseintritt durch die Kellerwände und/oder durch den Kellerboden. Die Sanierung von feuchten Kelleraußenwänden haben wir bereits weiter oben erläutert. Sollte der Boden konstant feucht sein, so lässt sich dies durch den Einbau einer waagrechten Feuchtigkeitsabdichtung lösen. Es kann z.B. eine einlagige Bitumenschweißbahn aufgetragen werden. Diese wird in der Regel unmittelbar auf der Fundamentplatte aufgetragen.

Sollte es sich um einen alten Keller bzw. um ein altes Gebäude handeln, d.h. niedrige Raumhöhe im Kellergeschoss, Streifenfundamente anstelle eines Plattenfundamentes, keine vorhandene Bodendämmung, so könnte die Sanierung folgendermaßen ausgeführt werden:

  • Abbruch des bestehenden Bodenaufbaus,
  • Boden bis ungefähr 50cm unter der gewünschten neuen Quote des fertigen Kellerbodens ausheben,
  • mit Hilfe eines Statikers untersuchen, ob eine Unterfangung der tragenden Wände erforderlich ist,
  • ca. 10cm Schotterschicht einbauen,
  • 10cm bis 15m dicke Betonplatte betonieren,
  • Feuchtigkeitsabdichtung einbauen (Bitumenschweißbahn),
  • XPS- Dämmung verlegen (6cm bis 10cm und mehr) sowie
  • erwünschter Bodenaufbau (z.B. Installationen, Ausgleichsschicht, Fußbodenheizung, Estrich, Bodenbelag).

Wird der Raum nur als Lagerraum genutzt und ist keine Bodenplatte vorhanden (bei sehr alten Gebäuden) ist es auch möglich, den Feuchteeintritt durch das Aufbringen eines Gussasphalt- oder Zementestrichs zu reduzieren.  Zwischen dieser Schicht und dem alten Boden muss eine Trennlage (PE-Folie oder Bitumenbahn) eingebracht werden.

Eigenproduktion von Feuchtigkeit durch Waschen, Baden, Duschen, Kochen usw.

Die Eigenproduktion von Feuchtigkeit in Verbindung mit fehlender Lüftung oder falscher Lüftung und falschem Heizen ist nicht selten die Hauptursache für Schimmelbildung in älteren, aber auch in neuen Gebäuden.Man will es kaum glauben, aber Neubauten haben oftmals größere Probleme mit Schimmel, als ältere Gebäude. Eine der Hauptursachen ist die relativ dichte Gebäudehülle, bei der das Bauwerk nicht mehr „atmen“ kann.

Fehlerpotenzial bei neuen Gebäuden

  • rasch errichtetes Gebäude, Baufeuchte ist noch vorhanden
  • unmittelbare Verlegung einer Dämmung mit niedriger Wasserdampfdurchlässigkeit (z.B. EPS)
  • vorhandene Wärmebrücken (Balkone, Fensterdetails, sonstige Auskragungen, usw.)
  • keine kontrollierte mechanische Wohnraumbelüftung
  • luftdichte Ausführung (Fassaden, Fenster und Dach)

Die luftdichte Ausführung ist in dem Sinne kein baulicher oder geplanter Fehler. Das Gebäude allerdings lässt die vorhandene Feuchtigkeit (Baufeuchte und selbstproduzierte Feuchtigkeit) kaum entweichen. Ohne kontrollierte Lüftungsanlage führt die Feuchte in den Bauteilen unweigerlich zu Schäden an der Bausubstanz.

Wichtig ist, eine „atmungsaktive“ Gebäudehülle zu planen und Materialien zu wählen, deren bauphysikalischen Eigenschaften dazu beitragen, dass die Feuchte entweichen oder gespeichert und später wieder abgegeben werden kann.

 

Nutzung des Gebäudes

  • viel Kochen, Waschen und Duschen
  • Wäsche im Inneren des Gebäudes zum Trocknen aufhängen
  • kaum oder wenig lüften bzw. lüften nur in Kippstellung des Fensters
  • zu wenig heizen/ kalte Wände

…führen zu viel Feuchtigkeit in den Innenräumen. Erhöhte Luftfeuchtigkeit (hohe relative Luftfeuchte) kondensiert an kalten Oberflächen (z.B. im Bereich der Wärmebrücken oder an den kalten Wäden) und es bildet sich Tauwasser, ein Nährboden für den Schimmelpilz.

Die Kombination aus möglichen Planungs- und Ausführungsfehlern und erhöhter Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen, hervorgerufen durch mangelhafter oder falscher Lüftung, kann auch bei neueren Gebäuden zu Schimmelbildung führen.

 

Bei Neubauten ist es auf Grund der verbleibenden Baufeuchte besonders in der ersten Zeit wichtig viel zu lüften. Dies bedeutet mehrmals am Tag stoßlüften und die Heizung sollte speziell in den ersten zwei Jahren nach der Bauphase etwas aufgedreht werden. Bei einer sehr dichten Gebäudehülle ist eine mechanische Lüftung vorzusehen. Seit diesem Jahr ist die KlimaHaus Klasse A Standard und eine mechanische Lüftung verpflichtend.Der nachträgliche Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten bietet sich ebenfalls als Lösung an. z.B. Meltem Lüftungsgeräte gesehen bei Isodomus® GmbH in Gais.

 

Ältere Gebäude
Ältere Gebäude sind nicht luftdicht, somit entweicht kontinuierlich Luft (Wärme und Feuchtigkeit). Dies ist aus energetischer Sicht zwar unvorteilhaft, jedoch hat Schimmel in solch einem Gebäude weniger Chancen, da die relative Luftfeuchtigkeit durch den stetigen Luftaustausch niedrig bleibt.

Gebäude der aktuellen Generation
Durch bessere Detailplanung und Ausführung, speziell im Bereich hochgedämmter Gebäude, sind in den vergangenen Jahren die Vorfälle von Feuchtigkeitsproblemen zurückgegangen.

  • konstruktive Wärmebrücken werden vermieden,
  • man legt mehr Wert auf diffusionsoffene Materialien und Bauteile und
  • es werden vermehrt Anlagen zur kontrollierten mechanischen Lüftung eingebaut.

 

Entsorgung gefährlicher Abfälle

Asbest

Asbest ist ein hochgefährlicher Baustoff, welcher bis in die 60er-70er im Bauwesen vielfach verwendet wurde.

Heutzutage ist der Einsatz von Asbest strengstens verboten.

Sollten Asbestbauteile während Sanierungsarbeiten als solche erkannt werden, so müssen die Arbeiten unverzüglich eingestellt werden und der Ausbau sowie die Entsorgung spezialisierten Unternehmen überlassen werden. Der Abbruch und die Entsorgung von Asbest sind zwar kostspielig, aber nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter.

  • Führen Sie diese Arbeiten auf keinen Fall selbst durch und vergraben Sie auch nicht, um eventuell Geld zu sparen, den Asbest auf Ihrem eigenen Grundstück. Sie tun sich und Ihren Erben keinen Gefallen.
  • Asbest ist hochgradig krebserregend und fördert hauptsächlich Lungenkrebs. Noch heutzutage sterben viele Leute durch die Spätfolgen des unbemerkten Einatmens der lungenschädigenden Asbestfaser während der Bearbeitung.
  • Asbest war aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften sehr beliebt: hohe Festigkeit, beständig gegen Hitze und Säureangriffe, gute Dämmeigenschaft. Asbest hatte als Baustoff eine extrem hohe Lebensdauer und wurde daher vielfältig eingesetzt.

Folgende Bauteile wurden in Vergangenheit teils mit Asbest hergestellt:

  • „Eternit“ Dachplatten oder Dachwellplatten
  • Asbestplatten als Isolierplatten hinter bzw. neben Öfen oder um den Kamin
  • alte Fensterdichtungen oder auch
  • Fußbodenbeläge aus Kunststoff.
An dieser Stelle möchten wir auch einen Aufruf an die spezialisierten Unternehmen und deren Arbeitnehmer machen. Asbest schädigt die Lunge nachhaltig und vorerst unauffällig. Heilung gibt es keine, sobald die Lunge durch Asbeststaub beschädigt ist. Von daher sollten die Sicherheits- und Schutzvorschriften genauestens eingehalten werden.
Aus persönlicher Erfahrung heraus, haben wir beim Abbruch von Asbestbauteilen beobachtet, dass die von Asbest ausgehenden Gefahren oftmals unterschätzt werden und somit auf die eigene Sicherheit nicht wirklich geachtet wird.

 

Mineralwolle

Ähnlich wie bei den lungenschädigen Asbestfasern, besteht bei der Bearbeitung von Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) die Gefahr, Feinstfasern einzuatmen. Im Vergleich zu Asbest haben diese eine wesentlich geringere Beständigkeit im Körper können aber dennoch Krebserkrankungen auslösen. Grob lässt sich sagen, dass bei Dämmstoffen, die nach dem Jahr 2000 eingebaut wurden keine Gefährdung mehr besteht. Bei Mineraldämmstoffen die vorher eingebaut wurden, sollten zu den Mindestschutzmaßnahmen gesonderte Schutzmaßnahmen getroffen werden.


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